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Mehr Raum für Stadtbäume – Baumstandorte entsiegeln

SPD fordert bessere Bedingungen für Bäume im Straßenraum

Stadtbäume sind ein wichtiger Bestandteil einer klimaangepassten Stadt. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und verbessern das Mikroklima. Gerade in dicht bebauten Bereichen leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Aufenthaltsqualität. Doch ausgerechnet dort, wo ihre kühlende Wirkung besonders gebraucht wird, finden viele Bäume nur schlechte Wachstumsbedingungen vor.

Die SPD-Ratsfraktion Kaarst beantragt deshalb, prüfen zu lassen, wo die unversiegelten Flächen rund um bestehende Straßenbäume vergrößert werden können.

„Viele Bäume stehen heute regelrecht eingezwängt zwischen Asphalt und Pflaster. Teilweise bleibt nur eine sehr kleine Baumscheibe“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Kindsmüller. „Das wird bei Hitze und Trockenheit zum Problem.“

Denn wenn die Fläche rund um einen Baum versiegelt ist, kann Regenwasser kaum in den Boden eindringen und den Wurzelraum erreichen. Gleichzeitig benötigt der Baum gerade bei hohen Temperaturen mehr Wasser: Über die Blätter verdunstet er Wasser und erzeugt dadurch seine natürliche Kühlwirkung. „Fehlt das Wasser im Boden, gerät der Baum unter Trockenstress – und seine Fähigkeit, zur Kühlung der Umgebung beizutragen, nimmt ab“, ergänzt der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Ingo Lange.

Hinzu kommt, dass sich Asphalt und Pflaster in der Sonne stark aufheizen und die gespeicherte Wärme wieder an die Umgebung abgeben. Der Baum steht damit buchstäblich zwischen zwei Belastungen: zu wenig Wasser im Boden und zu viel Hitze an der Oberfläche.

Eine Vergrößerung der unversiegelten Baumscheiben kann hier gleich mehrfach helfen, so die Begründung der SPD. Mehr offene Bodenfläche schafft Platz für Wurzeln, ermöglicht eine bessere Versickerung von Niederschlagswasser und reduziert zugleich die stark aufgeheizten versiegelten Flächen.

Die Verwaltung soll deshalb geeignete Standorte ermitteln und prüfen, welche Flächen mit vertretbarem Aufwand entsiegelt werden können. Dabei sollen auch bauliche und verkehrliche Anforderungen sowie die entstehenden Kosten berücksichtigt werden. Besonders sinnvoll wäre es, solche Maßnahmen mit ohnehin geplanten Arbeiten im Straßenraum zu verbinden.

„Wir müssen nicht überall den Straßenraum neu gestalten. Oft geht es um relativ kleine Flächen, die einem bestehenden Baum zurückgegeben werden können“, so Kindsmüller. „Wenn wir wollen, dass unsere Stadtbäume auch in Zukunft Schatten spenden und Kaarst an heißen Tagen kühler machen, müssen wir ihnen die notwendigen Lebensbedingungen geben. Mehr Raum für die Bäume ist deshalb eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme der Klimaanpassung.“