Erneut sind in Büttgen Schilder, die auf den “Jüddepatt” hinweisen zerstört worden. Wie bereits vor gut einem Jahr.
Wenige Tage nach der Eröffnung des ausgeschilderten Jüddepatt zwischen Glehn und Büttgen im April 2025 wurden Schilder das erste Mal zerstört. Und jetzt erneut.
Ein offensichtlich antisemitischer Akt.
Der Jüddepatt erinnere an jüdisches Leben in Glehn und Büttgen vor der NS-Zeit. Jüdische Familien nutzten diesen Weg, um ihre Waren und Vieh zum Markt zu bringen. Wenige Jahre später sind sie von den Nationalsozialisten entrechtet, verfolgt und vielfach ermordet oder zur Flucht gezwungen worden. Diese Erinnerung solle durch die Zerstörung der Schilder getilgt werden.
Die SPD-Vorsitzende Ulrike Bruckner-Kindsmüller gab dazu heute folgende Stellungnahme ab:
„Die SPD ist erschüttert, dass in Kaarst erneut zwei Hinweisschilder auf den Jüddepatt zwischen Büttgen und Glehn durch antisemitische Schmierereien zerstört worden sind. Es ist schrecklich, dass auch in Kaarst antisemitische Kräfte ihr Unwesen treiben. Wenn in Kaarst Hinweise auf einen Erinnerungsort jüdischen Lebens zerstört werden, um die Erinnerung an die Untaten des NS zu tilgen, wenn in anderen Städten Demonstrationen mit klar antisemitischer Symbolik zur Alltäglichkeit werden und Jüdinnen und Juden sich europaweit nicht mehr sicher fühlen können, muss das gerade in Deutschland mehr als ein Weckruf sein. Jede und jeder muss sich im Alltag gegen Antisemitismus stellen. Wegsehen und weghören geht nicht mehr. „Wehret den Anfängen!“.