Die Kaarster SPD rief, wie jedes Jahr um den Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zu einem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, die es auch in Kaarst gegeben hat. Seit der Verlegung des Gedenksteins an das Schicksal des jüdischen Arztes Dr. Winfried Selbiger findet die Veranstaltung an dieser Stelle statt, da es in Kaarst leider noch keinen Gedenkort für alle Opfer des Nationalsozialismus gibt.

Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Bruckner-Kindsmüller hob in ihrer Ansprache hervor, dass Juden heute in Deutschland so gefährdet sind, wie noch nie nach 1945. Die Ausgrenzung der Juden begann mit der Sprache, wie wir über andere reden, die nicht unserer Kultur oder Religion angehören. In der Weimarer Republik wurden die Juden als willkommene Sündenböcke für die ökonomischen und politischen Krisen verantwortlich gemacht, heute sind es die aus Not in ihren Ländern in Europa hilfesuchenden Menschen.
https://Rede Stolperstein_Ulrike Bruckner
Sie schloss mit einem dringenden Appell an die Demokraten: „Wir, die Demokraten haben nach 1945 die Verantwortung übernommen, Probleme auf demokratische Weise zu lösen – ohne Sündenböcke, ohne Hassbilder und ohne populistische Forderungen, deren Umsetzung scheitern und die Enttäuschung vergrößern wird.“
In einem kurzen Redebeitrag ging Carl-Wilhelm Bienefeld, Herausgeber des kürzlich erschienenen Sammelbands „Schicksalspfad“ auf einige Schicksale von jüdischen Mitbürger:innen ein.