Ziemlich viel Verärgerung über die Verkehrssituation in Holzbüttgen haben sich die Anwohner der Königsstraße und des Bruchwegs beim gut besuchten Bürgerbrennpunkt der SPD im Bischofshof von der Seele geredet. Kritik musste vor allem die Verwaltung einstecken, weil sie nach Auffassung der Anwohner nichts unternimmt, um die als untragbar empfundene Belastung auf den beiden Straßen zu verringern. Konkret wurde kritisiert, dass Autos und Lastkraftwagen viel zu schnell auf den engen Straßen fahren. „Morgens um 7 Uhr rasen die LKWs mit 70 Sachen durch den Bruchweg. Manche Autos weichen sogar auf dem Bürgersteig aus“, berichtete ein Anwohner des Bruchwegs. Man habe die Verwaltung immer wieder auf diese Missstände hingewiesen, beklagte ein Bürger, aber geschehen sei nichts.
Durch den Schienenersatzverkehr habe sich die Lage weiter verschärft. Die hohe Verkehrsdichte gefährde vor allem Radfahrer, die zur Schule fahren. Eine Mutter berichtete, dass sie ihre Kinder nicht allein mit dem Fahrrad zur Schule fahren lasse, weil dies viel zu gefährlich wäre. Viel Kritik erntete auch die Verkehrsführung an der Gümpgesbrücke. Die neue Verkehrsregelung, mit der der Geradeausverkehr nach Büttgen unterbunden ist, habe zu mehr Verkehr im Bruchweg geführt. Unverständnis äußerte die Anwesenden auch, warum die Geschwindigkeit auf dem Königsweg nicht durchgehend auf Tempo 30 beschränkt ist.
Die SPD versprach Unterstützung für die Forderungen der Anwesenden. Nach Auffassung ihres Bürgermeisterkandidaten Lothar Fink, der selbst in Holzbüttgen wohnt, müsse der Durchgangsverkehr aus dem Ort herausgehalten werden. „Ich erwarte von der Verwaltung, dass sie verkehrsregelnde Maßnahmen ergreift, die zu einer Verkehrsreduzierung führen.“ Für eine Änderung der Verkehrsregelung an der Gümpgesbrücke Richtung Büttgen trete die SPD schon seit längerer Zeit ein, so Fink. Man habe die Hoffnung, dass sich hier bald was bewegt.
Die SPD werde sich auch dafür stark machen, dass die Geschwindigkeit in der Königsstraße durchgehend auf Tempo 30 reduziert wird. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Gereon Schüller verwies darauf, dass der Gesetzgeber die Rechte der Kommunen gestärkt habe, bestehende Tempo-30-Bereiche zu erweitern. „Wir wollen das, aber die Verwaltung blockiert noch,“ wusste er zu berichten. Wichtig sei aber auch, durch regelmäßige Kontrollen die Einhaltung der Bestimmungen zu überwachen. Generell sei es notwendig, endlich mit der Umsetzung des bereits vor zwei Jahren beschlossenen Mobilitätskonzepts zu beginnen, in dem viele vernünftige Maßnahmen steckten, die die Schwächeren im Straßenverkehr schützen würden.
Zum Abschluss der Diskussion sagte die Vorsitzende des SPD-Ortsverein Ulrike Bruckner-Kindsmüller den Anwesenden zu, dass die SPD sie über die weiteren Initiativen der SPD zur Verkehrsberuhigung in Holzbüttgen regelmäßig informieren werde.