Meldung:
Kaarst, 11. November 2010
Ortsverein
SPD Kaarst besuchte Jugendzentrum "Die Insel"
Der Vorstand der SPD Kaarst besuchte im Rahmen einer Vorstandssitzung das Jugendzentrum "Die Insel" und informierte sich über die Einrichtung. Die Leiterin der Kinder- und Jugendeinrichtung, Frau Katja Blume, stellte gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Frau Murtezani die Einrichtung vor.
Finanzielle Situation und EngagementTräger der Einrichtung sind die "Malteser". Die Insel kämpft allerdings ständig um das eigene Überleben, da der Betreiber trotz der angespannten finanziellen Situation nicht als "armer Träger" anerkannt wird und daher immerhin 15 % der Personalkosten selbst tragen muss. Anerkannte "arme Träger" müssen nur 5 % selbst tragen, die restlichen 95 % erhalten sie durch städtische Zuschüsse. Dies hat zur Folge, dass sich die beiden engagierten Mitarbeiterinnen lediglich 1,5 Stellen teilen müssen und die anfallende Arbeit nur mit hohem persönlichem Engagement und der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer aufrechterhalten können. Zur finanziellen Ausstattung kommt außerdem ein Betriebskostenzuschuss von ca. 20.000 Euro pro Jahr, der nach einem festgelegten Schlüssel zugewiesen wird.
Besucher der EinrichtungDie Einrichtung wird täglich innerhalb der 26 Öffnungsstunden pro Woche von 15 bis 30 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren besucht. Es handelt sich dabei vornehmlich um Kinder aus einfacheren sozialen Verhältnissen, viele kommen aus Familien mit Migrationshintergrund, z.B. türkisch, albanisch, marokkanisch, sri-lankisch, polnisch oder russisch. Für viele der jungen Besucher sind Frau Blume und Frau Murtezani eine Art Familienersatz.
Um ein gutes Miteinander zu gewährleisten gibt es feste Regeln, etwa zum Umgang untereinander, aber auch gegenüber den Leiterinnen der "Insel". Mit einem Bonussystem, der "Insel-Card", werden dabei zusätzliche Anreize geschaffen.
Die tägliche Arbeit (Aufgaben/Projekte)Unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfern (projektabhängig 10-15 Personen) leisten Frau Blume und Frau Murtezani viel im Zuge der Tagesbetreuung von Kindern und Jugendlichen. Schwerpunkte sind dabei: Prävention – Integration – Hilfe und Vernetzung. Sie kümmern sich aktiv um Hausaufgabenhilfe, Berufsvorbereitung, bieten aber auch diverse Kursangebote in den Bereichen 'Kreativität', 'Handwerk', 'Kulinarisch' (Bsp. Kochen), 'Musik' (Rappen, da bei Jugendlichen sehr beliebt), 'Medien' und 'Sport'.
Dem Thema 'Kulinarisch' kommt eine besondere Bedeutung zu: Manche Kinder kommen hungrig in die Einrichtung, "Essen" ist daher ein wichtiges Element. Für wenige Cent gibt es Brote, es wird in Projekten gemeinsam gekocht/gebacken. Eine funktionierende Küche in der "Insel" ist daher von hoher Bedeutung!
Aber auch die Familienunterstützung gehört zu den alltäglichen Aufgaben der Leiterinnen der "Insel". 'Ämterhilfe', Unterstützung bei Schulfragen, und die Kommunikation mit dem Kaarster "Jugendamt" gehören dazu.
Und letztlich bietet die Insel auch Angebote in den Ferien. Allerdings scheitern viele Überlegungen, etwa Ausflüge, doch sehr schnell, sobald Kosten entstehen. Viele Kinder können sich dann nicht beteiligen, da den Eltern das Geld fehlt.
Probleme – BedürfnisseDie "Insel" hat aufgrund der von ihr betreuten Kinder aus sozial schwierigeren sozialen Schichten mit der fehlenden öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung zu kämpfen. Sie benötigt daher Unterstützung durch anerkannte Personen des öffentlichen Lebens, "Gesichter", die sich für die Arbeit der Insel stark machen und den Fokus der Öffentlichkeit darauf richten.
Die geringe Bewegungsfläche verhindert, dass den jugendlichen Besuchern Möglichkeiten für sportliche Betätigung geboten werden kann. Zudem ist die Ausstattung der "Insel" veraltet und vielfach nicht mehr in Ordnung. Es besteht daher dringender Bedarf an neuen Möbeln (Sofa, Stühle, Tische, etc.), einer funktionierenden Küche, aber auch in anderen Bereichen insgesamt einer Instandsetzung und Sanierung. Auch wäre eine Anerkennung als armer Träger wünschenswert, ebenso eine Personalaufstockung.
Fazit: Die "Insel" hat einen Bedarf an Spenden (Geld und Sachleistungen), an einer Verbesserung der Einrichtung, auch um Angebote für kulturelle Erlebnisse für alle Kinder zu ermöglichen und finanzielle Barrieren abzubauen.
Dokumente:Sachmittelbedarf der Insel